System-Mails von Linux mit Thunderbird abfragen

Im Vergleich zum Betriebssystem aus Redmond ist Linux eine regelrechte Plaudertasche. Statt kryptischer Fehlermeldungen erhält man meist recht klare Informationen was schief gelaufen ist und teilweise sogar klare Anweisungen wie der Fehler zu beheben ist. Linux schickt auch viele Informationen als Mail an den jeweiligen Benutzer. Diese Mails kann man unter /var/mail/root für root und unter /var/mail/$user einsehen, wobei $user für den jeweiligen Nutzernamen steht.
Komfortabler ist es natürlich, wenn die Systemmails direkt im Email-Client gelesen werden können. Ich verwende als Email-Client Thunderbird (bzw. das Debian-Pendant Icedove) und habe vor kurzem erfahren, dass es ganz einfach ist die Systemmails mit Thunderbird abzurufen.

Dazu muss man lediglich ein neues Konto vom Typ Unix Mailspool (Movemail) anlegen. Diesen Kontentyp kann man in Thunderbird unter Neu → Andere Konten hinzufügen.

Konten-Assistent

Darauf trägt man bei Email-Adresse $user@$hostname ein, wobei $user wieder für den eigenen Benutzer und $hostname für den hostname steht. Wenn man sich unsicher ist, was der eigene hostname ist kann man das recht einfach erfahren indem man

hostname

in ein Terminal tippt.

Konten-Assistent
Danach gibt man in den Konteneinstellungen bei den Einstellungen für den Server als Benutzernamen wieder den eigenen Benutzernamen ein und unter Server localhost.

Konten-Einstellungen Im letzten Schritt muss die Datei /etc/aliases folgendermaßen bearbeitet werden:

# /etc/aliases
mailer-daemon: postmaster
postmaster: root
nobody: root
hostmaster: root
usenet: root
news: root
webmaster: root
www: root
ftp: root
abuse: root
noc: root
security: root
root: $user

Dabei ist es wichtig bei root: in der letzten Zeile den eigenen Benutzernamen einzutragen, damit die Mails an den Benutzer root auch im Thunderbird erscheinen.

Vielen Dank an Saxman, der mir dies im df.de erläutert hat.

[Update 2017-09-11]

Seit heute lasse ich mir die Systemmails über XMPP zusenden.

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