Offener Brief an Helmut Demel

Sehr geehrter Herr Demel,

um 19:20 Uhr sieht es stark danach aus, dass Sie demnächst das Amt des Miltenberger Bürgermeisters bekleiden.
Ich habe eine Frage, die ich Ihnen im Rahmen dieses offenen Briefes gerne stellen möchte:
Werden Sie sich dafür einsetzen, dass auch die Miltenberger Höhenstadtteile (Berndiel, Monbrunn, Schippach, Wenschdorf) endlich mit DSL versorgt werden?

Das mag sich zuerst nach einem Luxusproblem anhören, aber es handelt sich tatsächlich um einen gravierenden Wettbewerbsnachteil der dort ansässigen Gewerbetreibenden.
In diesen Stadtteilen gibt es viele Landwirte und andere Gewerbetreibende. Heutzutage ist es einfach “state of the art” schnell große Datenmengen über das Internet auszutauschen. Oft wird dies sogar vorausgesetzt. Während nun ein Miltenberger Landwirt seinen Mehrfachantrag innerhalb von Minuten zu Hause bearbeitet, stellt der Landwirt in den vernachlässigten Höhenstadtteilen nach Stunden fest, dass dieses Unterfangen mit ISDN nicht zu bewältigen ist und muss an einen Ort mit schnellerem Internet fahren (sofern er Bekannte hat, die ihm das zur Verfügung stellen). Dadurch verliert er wertvolle Zeit und ist im Vergleich zu Landwirten mit DSL stark benachteiligt.

Politiker werden auch nicht müde Bildung als wichtige Ressource zu bezeichnen, aber gleichzeitig wird Bürgern aus den Höhenstadtteilen der Zugang zur Bildung erschwert. Ich persönlich hatte in meinem Studium häufig den Fall, dass neue Skripte oder Aufgaben am Vortag der Vorlesung hochgeladen wurden. Ich konnte diese neuen Informationen jedoch nicht nutzen, bzw. die neuen Aufgaben nicht bearbeiten, da der Download dieser Dateien andauerte bis ich ins Auto steigen und in die Hochschule fahren musste. Unter diesem Gesichtspunkt wirken die Reden der Politiker über gleichberechtigten Zugang zu Bildung wie eine Farce.
Nachdem ich Ihnen hoffentlich meinen Standpunkt klar machen konnte, komme ich auf meine eigentliche Frage zurück: Werden Sie dafür sorgen, dass die Höhenstadtteile endlich auch einen zeitgemäßen Internetzugang bekommen oder werden Sie weiterhin dulden dass Teile der Bevölkerung (und Wähler, dieser Hinweis kann bei Politikern nie schaden) einen starken Einschnitt bei der Bildung und der Wettbewerbsfähigkeit hinnehmen müssen?
Ich hoffe Sie werden den Höhenstadtteilen mehr Beachtung zukommen lassen als Ihr Vorgänger Bieber, der meinte ab und an einen Scheck mit einem Reim zu überreichen wäre genug, das tat.

Sollten Sie antworten bitte ich Sie dies in klar verständlichem Deutsch zu tun und die übliche Politikerunart um den heißen Brei zu reden und Euphemismen zu nutzen auf ein Mininum zu beschränken, oder am Besten gleich sein zu lassen.

Ich würde mich freuen wenn Sie mir gestatten Ihre Antwort auf meiner Webseite zu veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Dosch

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